Natürlich geht es hier nicht darum, sich vor der NSA zu schützen. Wenn man das will, wird es erfahrungsgemäß kompliziert. Sehr kompliziert. Und meine Erfahrung zeigt, dass die meisten Menschen nicht bereit sind, so viel Komfort aufzugeben. Nein, es geht hier einfach darum, dass Werbe- und Tracking-Firmen nicht jeden von unseren Schritten, die wir online tätigen, verfolgen können. Zum Glück gibt es ein paar Browser-Plugins, mit welchen wir uns ein Stück unserer Privatsphäre zurückholen können. Drei davon möchte ich dir hiermit vorstellen.

HTTPS Everywhere

HTTPS Everywhere
HTTPS Everywhere

Für alle, die den Unterschied zwischen HTTP und HTTPS (SSL-Verschlüsselt) nicht kennen, muss ich hier etwas ausholen. Viele Websites sind auch heute noch nur unverschlüsselt (HTTP) erreichbar. Wenn du so eine Website ansurfst, so kann jeder, z.B. dein Internetprovider, genau mitverfolgen, was du dir auf dieser Site so alles ansiehst. Gegen diesen Umstand hilft HTTPS (achte auf das „S“ nach dem „HTTP“). Sobald du dich auf einer Website mit SSL-Verschlüsselung befindest, kann ein neugieriger Mensch nur noch sehen, dass du diese Seite aufrufst. Was du dir dort aber genau ansiehst, bleibt vor neugierigen Blicken verborgen. Nur noch du und der Betreiber der Website wissen, was du dir angesehen hast.

Z.B. die Wikipedia bietet sowohl HTTP und HTTPS an. Rufst du nun im Webbrowser einfach nur „de.wikipedia.org“ auf, so wirst du automatisch auf die unverschlüsselte Version geleitet. Um verschlüsselt zu verbinden, musst du noch händisch „https://“ davor eintippen. Etwas umständlich.

Zum Glück gibt es ein Plugin, das uns diese Arbeit abnimmt. Sein Name ist „HTTPS Everywhere“. Dieses Plugin prüft, ob die angesurfte Website SSL-Verschlüsselung unterstützt oder nicht. Gibt es eine SSL-Variante, so wir automatisch mit dieser verbunden und du musst nichts mehr machen. Praktisch, oder?

Auf der Webiste der Electronic Frontier Foundation gibt es das Plugin für Firefox (for Android), Google Chrome und Opera zum herunterladen.

Ghostery

Ghostery
Ghostery

Facebook tut es, Google tut es und auch alle anderen Werbetreibende Firmen tun es. Aber auch viele Sonstige. Die Rede ist von Nutzertracking. Mit Hilfe sogenannter „Cookies“ (kleine Text-Dateien, die auf unseren Computern gespeichert werden), aber auch über Plugins auf Websites (z.B. Twitter- und Facebook-Buttons), wir unser Surfverhalten verfolgt und protokolliert. Diese Daten werden zu Profilen verknüpft um möglichst viel über uns zu erfahren und anschließend andere Unternehmen weiterverkauft. Hier setzt das Plugin „Ghostery“ an. Dieses Plugin ermöglicht es, solche Tracker zu blockieren. So werden zwar nicht die Cookies auf deinem PC blockiert. Was du zum Beispiel auf Amazon ansiehst, wird trotz Ghostery auf deinem PC gespeichert und von Amazon geloggt. Ghostery verhindert aber, dass Amazon dich auf anderen Websites wieder finden und dir überall, wo du dich gerade im Web befindest, verfolgen und Werbung zeigen kann. Nice.

Ghostery gibt es sowohl für Firefox als auch für Google Chrome.

In einem folgenden Blog-Post werde ich dir zeigen, wie du Ghostery installierst und richtig konfigurierst. Dort werde ich auch noch auf die Möglichkeit, Cookies mit Ghostery zu blockieren, eingehen, da man hier ein paar Dinge beachten sollte. Diesen Blog-Post hier werde ich anschließend selbstverständlich aktualisieren.

[UPDATE: 28.08.2014] Inzwischen gibt es den Blog-Post zur Konfiguration von Ghostery. Hier gelangst du zu ihm.

BetterPrivacy

BetterPrivacy
BetterPrivacy

Inzwischen gibt es nicht nur „normale“ Cookies, die dein Verhalten analysieren. Sogenannte „Long Term Cookies“ lassen sich über die normale Cookies-Löschen-Funktion des Browser nicht mehr löschen. Diese nisten sich hartnäckig irgendwo auf dem PC ein, so dass sie vom Browser nicht mehr zu finden sind. Diese Problematik geht das Firefox-Plugin „BetterPrivacy“ an. Jedes mal, wenn du Firefox schließt, sucht BetterPrivacy nach den „LSO Flash Objects“ und löscht diese, wenn welche vorhanden sind. So kann man den Webetreibenden wieder einen kleinen Strich durch die Rechnung machen. *thumbsup*

BetterPrivacy für Firefox. Für Chrome ist BetterPrivacy bis dato leider nicht erhältlich.

Fazit

Durch ein Wenig Achtung im Internet und mit den richtigen Plugins kann man seine Privatsphäre doch wieder etwas mehr schützen. Dabei müssen wir unser Verhalten nicht einmal komplett ändern. Ein wenig Anpassung und Vorsicht hilft schon ein ganzes Stück weiter. Doch auch hier gilt: Man muss sich weiter informieren. Denn auch Werbetreibende schlafen nicht und entwickeln ihre Trackingmethoden weiter.

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