Ein Monat Mailbox.org: ein Erfahrungsbericht

Lange habe ich nach einer Alternative zu Google Mail gesucht, da ich einfach etwas dagegen habe, wenn mein E-Mail-Postfach für Werbezwecke gescannt wird. Ich habe den Anbieter meiner Wahl in Mailbox.org gefunden. Einen Monat lang verwende ich den brandneuen E-Mail-Dienst nun. Somit ist es an der Zeit, einen kleinen Erfahrungsbericht zu schreiben.

Erst mal ein weniger Hintergrund: Mailbox.org kommt von der Berliner Heinlein Support. In Sachen Linux, Sicherheit und E-Mail-Kommunikation ist diese Firma bereits eine etablierte Größe. Am 21.02.2014 hat sie unter dem Motto „Damit Privates privat bleibt“ einen E-Mail-Dienst vorgestellt, der vor allem durch seine Sicherheit und den Datenschutz positiv auffällt. Starke Verschlüsselung bei der Übertragung und die Möglichkeit, seine E-Mails mit PGP zu verschlüsseln, machen den Dienst sehr sicher. Wenn immer möglich, versendet Mailbox.org die E-Mails verschlüsselt. Lediglich wenn der E-Mail-Server des Empfängers keine Verschlüsselung unterstützt, wird das E-Mail im Klartext gesendet. Hier Punktet Mailbox.org mit der Möglichkeit, die verschlüsselte Übertragung zu erzwingen. Jeder erhält zu seiner normalen E-Mail-Adresse (name@mailbox.org) noch eine zweite (name@secure.mailbox.org) dazu. Versendet man Mails mit dieser, so wird das Mail nur gesendet, wenn eine verschlüsselte Übertragung möglich ist. Ansonsten wird der Versandt abgebrochen. Denn manchmal sendet man eben lieber gar nicht, anstatt unverschlüsselt.

Ein sehr toller Service

Mailbox.org basiert auf der Collaboration-Software „Open Xchange“. Es gibt hier nicht nur E-Mail, sondern ein komplettes „Office“ mit Kalender, Kontakten, Aufgaben, einen Online-Speicher (OXDrive), sowie eine webbasierte Textverarbeitung und eine ebenso webbasierte Tabellenkalkulation.

Der Dienst ist allerdings nicht kostenlos, aber auch nicht teuer. Für € 1,- pro Monat erhält man bereits einen voll funktionsfähigen Service mit 2 GB E-Mail-Speicher und 100 MB Datenspeicher (OXDrive). Für ein wenig mehr gibt es mehr E-Mail-Speicher und auch mehr Datenspeicher. Die Preisliste ist online auf der Mailbox.org-Webseite zu finden. Für sein Geld erhält man aber einen nach deutschem Datenschutzrecht konformen E-Mail-Service, welcher auch starke Verschlüsselung unterstützt.

30 Tage lang kann der Dienst kostenlos getestet werden. Hat man sich erst einmal angemeldet, so strahlt einem das Portal mit der Übersicht für E-Mails, Termine und Aufgaben entgegen.

Mailbox.org-Portal
Mailbox.org-Portal

Sieht doch optisch schon mal sehr gut aus. Ich gehe hier jetzt nicht auf die einzelnen Rubriken (E-Mail, Kalender, Kontakte, etc.) ein, da ich denke, dass diese selbsterklärend sind.

E-Mails und Kalender funktionieren absolut problemlos. Per ActiveSync kann man alle Daten mit seinen Android- oder iOS-Gerät synchronisieren. Über IMAP, CalDAV, CardDAV oder den „OXtender 2 for Microsoft Office“ (letzteren setzte ich ein) kann man seine Daten auch mit Microsoft Outlook abgleichen. So sind immer alle Daten auf allen Geräten up to date. Sehr praktisch. Weiters gibt es das Programm OXDrive. Mit diesem kann man, wie auch mit Dropbox, seine Daten online speichern und auf verschiedenen Geräten synchron halten. OXDrive habe ich bis jetzt noch nicht getestet, das wird aber noch kommen. Da ich zur Zeit allerdings noch die kleinste Mailbox.org-Variante für € 1,- pro Monat einsetzte, habe ich lediglich 100 MB zur Verfügung. Das genügt gerade mal für die absolut notwendigsten Dokumente.

Ein weiterer Pluspunkt für den Dienst ist der sehr gute Hilfe-Bereich. Der ist sicherlich noch nicht vollständig, allerdings muss man an dieser Stelle auch nochmals betonen, dass Mailbox.org noch sehr jung ist und sich in der Startphase befindet. Es kommen steht’s mehr Artikel dazu und die Mitarbeiter antworten auch auf Kommentare.

Das hier Datenschutz und Transparenz groß geschrieben wird, merkt man auch an der Fülle an Informationen, die man auf der Website erhält. Hier wird ganz genau beschrieben, wie der Dienst funktioniert, welche Techniken eingesetzt werden und was man wie macht. Sehr löblich das Ganze.

Kinderkrankheiten

Das junge Alter merkt man allerdings auch noch an manchen Stellen. Nichts beginnt komplett ohne Komplikationen und so gibt es auch bei Mailbox.org noch die eine oder andere Kinderkrankheit. Meine Aufgaben synchronisiere ich am Android-Smartphone mit der App „Tasks & Notes for MS Exchange„, am PC verwende ich Microsoft Outlook. Interessant ist, dass am Smartphone und am PC die Aufgaben synchronisiert und so dargestellt werden, wie sie sollen. Im Webinterface von Mailbox.org hingegen werden erledigte Aufgaben immer noch als unerledigt angezeigt, andere, die ich im Webinterface als erledigt markiert habe, erscheinen später wieder als unerledigt.

Der OXtender für Outlook scheint auch noch nicht ganz sauber zu arbeiten. Hier ist mir aufgefallen, dass E-Mails aus den Ordner zum Teil nicht alle geladen werden. Ein Ordner, der bei mir online ca. 400 Mails beinhaltet, hat im Outlook lediglich 275 Mails. Mit jedem Neustart von Outlook werden die Mails aber wieder ein paar mehr. Möglicherweise synchronisiert auch der OXtender nur sehr langsam. Im Mailbox.org-Postfach arbeitet zudem auch die Unterhaltungsansicht von Outlook nicht ordentlich. Zusammen gehörende E-Mails aus z.B. dem Posteingang und dem Sent-Ordner werden nicht in einer Unterhaltung angezeigt, wie sich das eigentlich gehört.

Fazit

Mailbox.org ist der E-Mail-Dienst, nach dem ich lange gesucht habe. Ein sehr guter Service zu einem sehr günstigen Preis. Denn ich bin bereit, für meine Privatsphäre auch ein wenig zu bezahlen. Aufgrund dessen, dass der Start erst vor kurzem erfolgt ist, gibt es natürlich noch die eine oder andere Kinderkrankheit, die die Betreiber in nächster Zeit aber mit Sicherheit beheben werden.

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